Warum Loslassen Nervensache ist

Lesezeit 6 Minuten –

Mehr verstehen. Mehr fühlen. Mehr loslassen. Mehr heilen. Die meisten von uns wachsen mit der Überzeugung auf, mehr tun oder sein zu müssen. Und wenn in unserem Leben dann etwas schief läuft oder wir nicht weiterkommen, dann denken wir: „Ich bin wohl noch nicht weit genug. Ich muss noch mehr an mir arbeiten.” Doch was, wenn genau dieser Gedanke Teil des Problems ist? 

Er entspringt unserer alten Identität. Unser Wertgefühl ist damit verknüpft, wie viel wir leisten. Wie viel Wissen, Techniken oder Ausbildungen wir haben. Wie viel Erfolg wir haben. Liebe, Sicherheit und Anerkennung müssen wir uns hart verdienen. 

Das kann uns enorm unter Druck setzen. Es kann uns an den Rand des Zusammenbruchs führen. Wir wollen unserer Verantwortung gerecht werden. Wir kämpfen für Frieden in der Familie, Erfüllung in der Partnerschaft, glückliche und gesunde Kinder, beruflichen Erfolg, … Wir lesen Bücher, besuchen Seminare, machen Therapien, buchen Coachings, meditieren, manifestieren und arbeiten an uns. Und trotzdem stehen wir irgendwann meist wieder vor derselben Wand. Wieder dieselbe Angst. Wieder dieselbe Blockade. Wieder das Gefühl, kurz vor dem nächsten Schritt nicht weiterzukommen.

Unsere alte Identität ist wie eine Schale um uns herum. Wie ein schwerer Mantel. Er hat uns bei Kälte, Sturm und Unsicherheit geschützt. Doch er trennt uns auch. Er erschwert den Kontakt – zu anderen und zu uns selbst. Wir spüren uns nicht mehr richtig. Wir werden nicht gesehen, so wie wir sind. Das, was wir uns eigentlich wünschen würden, kommt da draußen nicht an. Und so antwortet das Leben auf unsere Schale. Nicht auf unsere tiefste Sehnsucht. Daher sind wir nicht in der Lage, das Leben zu manifestieren, das wir uns ersehnen.

Wenn wir diese Schale um uns bemerken, setzen wir uns womöglich noch mehr unter Druck. Wir wollen unsere alte Identität so schnell wie möglich hinter uns lassen. Wir MÜSSEN da raus. Sonst bleibt alles blockiert. Doch in diesem Stress erreichen wir leider irgendwann gar nichts mehr.

Wenn du gerade in einem solchen Zustand bist, dann wisse, du bist damit nicht alleine. Erlaube dir, zu entspannen. Alles ist richtig mit dir. Alles, was du fühlst, ist richtig und hat meist tiefer liegende Gründe. Nicht durch noch mehr Druck, sondern durch Loslassen bringen wir die Dinge wieder in Fluss. 

In uns schlummert bereits das nächste Stadium unseres Seins. Doch es geht darum, in diese neue Identität hineinzuwachsen. Und wie für eine Pflanze dürfen wir geeignete Wachstumsbedingungen für uns finden. 

Deine neue Identität musst du nicht neu erfinden. Du kennst sie bereits. Ich bin mir sicher, dass du sie schon gelebt hast – zumindest für kurze Momente. Und wahrscheinlich kannst du erahnen, wie sich dein Leben verändert, wenn du diese neue Identität noch mehr verkörperst. Es ist eine Identität, die ohne die alte Schale auskommt, ohne die alten Schutzstrategien. Eine Identität, die nicht mehr aus Angst und Zweifel handelt, sondern aus Liebe und Vertrauen. Sie weiß, dass wir in unserer Unperfektheit perfekt sind. Und dass tiefe Transformation aus Annahme und Liebe entsteht.

Doch selbst, wenn wir das alles wissen und umsetzen wollen, fällt uns oft der Übergang von der alten in diese neue Identität so schwer. Warum? Weil unsere alte Identität das Ruder nicht so einfach aus der Hand gibt. Vielleicht gibt es Momente, da würden wir den schweren Mantel unserer alten Identität am liebsten gewaltsam von uns herunterreißen. Doch das ist nicht wirklich heilsam. Damit verzögern wir nur unsere Transformation. 

Um das tiefer zu verstehen, dürfen wir unser Nervensystem verstehen. Denn es schlägt Alarm, wenn wir unsere alte Identität hinter uns lassen wollen. Es blockiert, wenn wir den alten, schweren Mantel ablegen wollen. Und das, obwohl sich die neue Identität so gut anfühlt. So frei und liebevoll. Auch wenn gerade mal die Sonne scheint, lässt unser Nervensystem nicht so einfach zu, dass wir den Mantel ablegen. Nicht weil es die Wärme ablehnt, sondern weil der Mantel unser Überleben gesichert hat. Ja, er ist schwer. Er ist eine Last. Wir sind vielleicht dem Zusammenbruch nahe. Doch das Gewicht ist vertraut – und damit wird es vom Nervensystem als „sicher” eingestuft.

Bei starken, hartnäckigen Blockaden geht es meiner Erfahrung nach jedoch um viel mehr. Denn in diesem Fall hat unser Nervensystem oft ganz spezielle Gründe, warum die neue Identität ein absolutes No-Go ist. Licht, Freiheit, Schöpferkraft, innere Größe, Erfüllung und Erfolg sind nicht nur eine Gefahr, weil es ungewohnt ist, sondern weil unser Nervensystem diese Qualitäten durch gewisse Erfahrungen der Vergangenheit mit Gefahr, Verlust, Tod, Versagen, Enttäuschung oder Schmerz verbunden hat. Vielleicht, weil schlecht darüber geredet wurde. Oder weil es bestimmte Verbote, Vereinbarungen oder „Verträge” gab. Oder wir wurden angegriffen, wenn wir uns so gezeigt haben, wie wir sind. Wenn diese alten Traumen erkannt und geheilt werden, dann kann das Nervensystem nach und nach entspannen. Dann wird der Weg in unsere neue Identität frei.

In meiner Coachingarbeit zeigt sich regelmäßig, dass in unserem Nervensystem auch karmische Belastungen abgespeichert sind. Gerade weil wir uns hier in der Regel an gar nichts erinnern können, wirken diese oft besonders stark nach. Wenn wir uns in einem vergangenen Leben aufgrund eines traumatischen Ereignisses geschworen haben, nie wieder unser Licht frei strahlen zu lassen oder nie wieder unsere authentische Kraft zu leben, dann wird unser Nervensystem heute an diesem Punkt immer blockieren – oft, ohne dass wir es bewusst bemerken.

Die gute Nachricht ist: Man kann das alles liebevoll und wertschätzend lösen. Hierbei geht es jedoch keineswegs um die Aufarbeitung aller „vergangener Inkarnationen”. Vielmehr geht es ganz gezielt um jene Zusammenhänge, die heute nach wie vor unser Nervensystem in den Alarmzustand versetzen, wenn wir Glück und Erfüllung leben wollen. 

Würdigung und Vergebung sind immer ein wichtiger Teil des Heilungsprozesses. Wird die Bedeutung alter Vereinbarungen oder Schwüre gewürdigt, dann fließt das heilende Licht der Gegenwart in die Vergangenheit und die alten Bindungen können aufgelöst werden. Wird das Leid der Vergangenheit gewürdigt, dann kann es in die Heilung gehen. Vergebung befreit uns von (mitunter uralten) Bindungen an andere Seelen. Und sie befreit uns aus den ewigen Kreisläufen der subtilen Selbstbestrafung. Die Arbeit mit „vergangenen Inkarnationen” ist aus meiner Sicht ebenso wichtig wie die Aufarbeitung der Vergangenheit des jetzigen Lebens. 

Nie bin ich in meinen Coachingsessions den Tränen so nahe gewesen wie in den letzten Monaten. Tränen der Berührtheit und Dankbarkeit. Nie habe ich so viel echte Wertschätzung gespürt, den multidimensionalen, unendlichen Wundern gegenüber, die wir sind. Schöpferwesen, die gekommen sind, eine wichtige, irdische Erfahrung zu machen und die Welt ein wenig heiler und schöner zu machen. 

Alles Liebe,
Amaresh

Kostenlose geführte Meditation “Heile dein Nervensystem” downloaden: https://amaresh.de/meditation-heile-dein-nervensystem/


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Amaresh Bühler
Amaresh Bühler

In meinen systemisch-schamanischen Coachingsessions begleite ich dich in tiefe Transformations- und Heilungsprozesse, in denen sich energetische Verstrickungen, belastende Fremdenergien, alte Prägungen und emotionale Wunden lösen dürfen. Aufstellungsarbeit in Kombination mit schamanischen Elementen hilft dir, dein inneres System behutsam in eine neue heilsame Ordnung zu bringen. Du kommst wieder in Einklang mit deiner Seele und kannst dein inneres Leuchten verkörpern & leben. Buche gerne eine Opening Session oder ein kurzes Gespräch. https://amaresh.de/

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