In meine ganze Fülle hinein

Die Vielfalt der Weiblichkeit von Andrea: „Kennst auch du diese leisen Stimmen im Inneren? „Ich bin zu viel. Ich bin zu wenig. Ich bin nicht genug. Zu laut. Zu still. Zu empfindsam. Zu stark. Vielleicht morgen. Noch nicht jetzt.“
Viele Frauen kennen diese Stimmen. Manchmal sind sie kaum hörbar. Manchmal bestimmen sie über Jahre hinweg, wie wir auf uns selbst schauen. Sie halten unsere Sehnsucht, unsere Kraft und Kreativität sowie unsere Wahrheit zurück. Nicht, weil sie fehlen würden, sondern weil wir glauben, erst anders werden zu müssen.
Doch was wäre, wenn Weiblichkeit genau dort beginnt, wo dieser innere Kampf langsam still werden darf?
Weiblichkeit ist kein Bild, dem wir entsprechen müssen. Sie ist auch keine Rolle, die wir möglichst gut erfüllen sollen. Sie ist etwas Lebendiges. Sie ist die einzigartige Weise, in der sich die Quelle des Lebens durch jede Frau ausdrücken möchte. Jede Frau trägt unzählige Facetten in sich. Manche zeigen sich leicht. Andere bleiben lange verborgen. Nicht, weil sie falsch wären, sondern weil sie Zeit brauchen. Weil das Leben sie behutsam ans Licht führen möchte. Vielleicht beschreibt die Autorin Anaïs Nin genau diesen Augenblick:
„Es kam der Tag, an dem das Verharren in der Knospe schmerzlicher wurde als das Wagnis zu erblühen.“
Es gibt einen Moment, in dem wir spüren, dass wir uns nicht länger kleiner machen möchten. Dass wir aufhören wollen, gegen uns selbst zu leben. Dass wir nicht mehr darauf warten möchten, endlich gut genug zu sein. Denn wir waren nie dazu berufen, jemand anderes zu werden. Vielleicht besteht unser Weg darin, immer mehr zu der Frau heranzuwachsen, als die wir ins Leben gerufen wurden.
Mit unserer Klarheit und unserer Zärtlichkeit.
Mit unserer Freude und unserer Trauer.
Mit unserer Wildheit und unserer Stille.
Mit allem, was zu uns gehört.
Keine dieser Facetten ist zu viel. Keine ist zu wenig. Jede trägt etwas von der Schönheit in sich, mit der die Quelle des Lebens uns geschaffen hat. Erst gemeinsam lassen sie die Einzigartigkeit und Ganzheit einer Frau aufleuchten. Das Herz der Weiblichkeit bringt zum Ausdruck, ganz zu werden. Nicht indem wir etwas hinzufügen, sondern indem wir aufhören, Teile von uns auszuschließen. Jede Facette gehört dazu. Jede trägt etwas von unserer Würde. Jede lässt etwas von der Quelle des Lebens durch uns sichtbar werden. Es geht doch darum, dem Leben zu vertrauen und den Mut zu finden, nichts Wesentliches mehr aufzuschieben. Denn unsere Welt braucht keine vollkommenen Frauen. Sie braucht Frauen, die bereit sind zu erblühen.
Jede Facette, die wir zurückhalten, fehlt unserer Welt.
Unser Erblühen ist nicht nur ein persönlicher Erfolg. Es ist insbesondere ein Geschenk an unsere Welt. Denn jede Frau, die den Mut findet, ihre eigene Würde zu leben, lässt etwas sichtbar werden, das ohne sie verborgen bliebe.




