Die Zukunft schreiben: ChangeWriters

Destruktiv. Aggressiv. Ablehnend. Diese Beschreibung trifft auf beinahe alle Schüler zu, die einmal wöchentlich zu einer nachmittäglichen AG zu dem Schulsozialpädagogen Jörg Knüfken kommen. Bis dieser ein gewagtes Experiment eingeht: Er schenkt ihnen ihr eigenes Tagebuch.

Er hatte den Film Freedom Writers gesehen, welcher die wahre Geschichte der Lehrerin Erin Gruwell erzählt, die 1994 in Kalifornien auf “nicht erziehbare Risikoschüler” traf. Gruwell gab den Schülern Tagebücher und das veränderte das Leben von Lehrerin und Schülern. Alle Schüler schafften den Abschluss.

Also verteilte auch Knüfken 2010 Tagebücher an seine Hauptschüler. 14 Schüler einer 8. Jahrgangsstufe waren die ersten Teilnehmer. Zu dem Tagebuchschreiben kamen die Arbeit mit METALOG® training tools, Leseaufträge und Gespräche hinzu.

Jörg Knüfken, der Leiter des Schulprojekts, dokumentierte den Verlauf des Projektes in zahlreichen eigenen Tagebucheinträgen. Zusammen mit einer großen Vielzahl an Schüler-Tagebuchtexten gibt er in der Projektdokumentation „Das Wunder bleibt aus“ einen erstaunlichen Einblick in ein Schulprojekt, das Veränderungen angeregt und bewirkt hat. Hier zeigt sich deutlicher als sonst irgendwo, vor welchem Hintergrund die jungen Menschen ihr Leben gestalten und wieso sie für viele Lehrer zu Problemschülern geworden waren.

Heute sind er und Michael Wegmann sind laut eigener Angabe die ersten und bislang einzigen Lehrer in Deutschland, die sich in Erin Gruwells Freedom-Writers-Foundation in Kalifornien haben ausbilden lassen. Knüfken gründete in Dorsten den Verein ChangeWriters und gibt die Methoden jetzt in Seminaren und Workshops bundesweit an Pädagogen weiter.

„In meinen Augen ist ein kleines Wunder geglückt: Wir konnten die Seelen von Jugendlichen öffnen, die in ihrem Leben schon viel durchmachen mussten. Heute glauben sie an sich, und wir vertrauen einander.“
Annette, Lehrerin

Posted in Menschen Verwendete Schlagwörter: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Dein Kommentar wird nach der Prüfung freigeschaltet. Bitte beachte, Einschätzungen und Meinungen in Ich-Form zu formulieren und die AutorInnen zu wertschätzen. Nicht identifizierbare Namen (Nicknames), Kommentare ohne erkennbaren Bezug auf den Inhalt des Artikels und Links zu nicht eindeutig verifizierbaren Seiten bzw. zur Eigenwerbung werden grundsätzlich nicht freigeschaltet.