Eine geheime Kraftquelle – die SterbehütteLesezeit 2 Minuten

Foto: Pixabay Kann man Sterben üben? Von der lebensbejahenden Kraft eines symbolischen Sterbeprozesses. Am Ende des Lebens wird es oft deutlich, ob ich mit mir im Reinen bin.

  • War ich die, die ich von meinem Wesen her bin?
  • Habe ich gelacht, geweint, geliebt, getanzt und eigene Fußspuren hinterlassen?
  • Kann ich in Frieden gehen und mit einem Lächeln auf den Lippen zum letzten großen Übergang „Ja“ sagen?

Ich stelle mir das Sterben ähnlich dem Einschlafen vor. Man nennt den Schlaf auch den kleinen Bruder des Todes. Bin ich mit mir im Unreinen, dann plagen mich dunkle Gedanken, unerlöste Beziehungen, ungelebtes Leben und Worte oder Vorhaben, die ich nie ausgesprochen, nicht verwirklicht habe.

Um unser Leben aufzuräumen, brauchen wir nicht bis zum Ende unseres Lebens warten. Wenn wir das jetzt schon tun, mitten im Leben stehend, dann kann uns das inneren Freiheit und ein erfüllteres Leben schenken.

In dem aus indigener Wurzel stammenden Ritual der Sterbehütte geht es genau darum. Hier lässt sich Sterben ‚üben‘. Hier können alte, nicht mehr lebensdienliche Blockaden sterben und losgelassen werden.

Hier findet Begegnung und Aussprache mit wichtigen (auch schon verstorbenen) Personen und eigenen inneren Anteilen deiner Persönlichkeit, statt. Hier kann Versöhnung geschehen.

Bevor in einem Seminar das Ritual stattfindet, gibt es eine Vorbereitungszeit. Sie ermöglicht dir, eine Ausrichtung zu finden und all die Dinge zu besprechen, die dich beschäftigen und dir wichtig sind. Im Ritual selbst wirken die feinen Energien von Vertrauen und Hingabe. Von Freilassen und abschließen.

Im direkten Anschluss an die Sterbehütte oder das Sterbelager gehst du in den daneben liegenden Bestimmungskreis über. Er symbolisiert das große Nicht-Wissen, das Mysterium, den Ort zwischen dem Tod und des wieder geboren Werdens. Es ist ein heiliger Ort, an dem du nichts falsch und nichts richtig machen kannst. Hier darfst du in die Stille deines Seins lauschen und das Neue in dein Leben einladen.

Kann man sterben üben?
Vielleicht ist das nicht das richtige Wort? Oder doch?

Heide Steiner

Naturgestützte Prozessbegleitung – zu innerer Freiheit und Selbstliebe. Eine zweijährige Ausbildung. https://www.visions-suche.de/aktuelle-termine

 

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4 Kommentare

  1. Lebensbejahende Worte und anregende Fragen, danke Heide…

    Hab im kleinen Kreis vor einem Jahr Sterben geübt, im Zusammenhang mit dem Handauflegen, wo es auch um das Loslassen geht – von beiden Seiten.

    Loslassen.
    Überlassen.
    Sein… lassen.

  2. Respekt Heide für deine Initiative. Ich verspüre in mir Widerstand. Mein ganzes Leben ist Neuanfang. Jeden Tag. Gefühlt habe ich mindestens 4 Leben in diesem gelebt. Und, es werden bestimmt noch mehr werden. Ich LEBE sehr gerne. Könnte jetzt sofort übergehen. Habe Alles gesagt und getan. Und es war/ist gut so. Und ich freue mich auf alle Geschenke, die noch kommen und ich vermitteln darf. <3 <3

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