Hand in Hand mit unserem Nervensystem

Lesezeit 4 Minuten –

Kennst du dieses Gefühl, als würdest du in zwei verschiedenen Realitäten leben? In der einen bist du verbunden, entspannt, im Vertrauen. Du fühlst dich sicher, klar, lebendig und im Fluss des Lebens. In der anderen scheint all das plötzlich wie verschwunden. Alles wird eng, schwer oder chaotisch. Etwas in dir zieht sich zusammen. Du kommst nicht wirklich vorwärts, aber auch nicht zurück.

Oft beginnen wir in solchen Momenten zu analysieren, zu zweifeln oder uns selbst zu hinterfragen. „Was stimmt nicht mit mir?“, fragen wir uns. Und oft entsteht dabei der Eindruck, wir würden uns einfach nur selbst im Weg stehen.
Doch was, wenn genau diese Sichtweise zu kurz greift?
Was, wenn das, was wir als Blockade oder Selbstsabotage erleben, in Wahrheit etwas völlig anderes ist?

Unser Nervensystem arbeitet nicht gegen uns. Es arbeitet für uns. Immer. Es versucht, uns zu schützen. Auch dann, wenn sich seine Reaktionen heute unangenehm, übertrieben oder einschränkend anfühlen. Die meisten unserer inneren Muster sind intelligente Schutzstrategien, die in einer vergangenen Erfahrung entstanden sind. Damals haben sie geholfen, mit Überforderung, Schmerz oder Unsicherheit umzugehen. 

Mit Trauma verbinden wir häufig nur schwere, dramatische Ereignisse. Doch Trauma ist oft viel subtiler. Traumatisch kann alles sein, was unser System überfordert hat und nicht vollständig verarbeitet werden konnte. Es sind die Spuren, die solche Erfahrungen in unserem Unterbewusstsein und Körper hinterlassen haben. Die Überlebensstrategien, die daraus entstanden sind. Die Schlussfolgerungen, die unser Unterbewusstsein irgendwann gezogen hat.

Das Nervensystem hat dabei sehr direkt gelernt: Was war sicher? Was war zu viel? Was musste vermieden werden, um zu überleben? Und genau diese alten Antworten wirken oft noch heute. Weil das System immer Sicherheit über Wachstum stellt.

Deshalb kann es passieren, dass genau in den Momenten, in denen mehr Weite, Freude oder Lebendigkeit entsteht, plötzlich Spannung in uns auftaucht. Rückzug. Zweifel. Oder innere Unruhe. Vielleicht erscheint es uns als Sabotage, doch es ist eine Schutzreaktion. Ein Teil in uns erinnert sich unbewusst: „Früher war es nicht sicher, so offen, lebendig oder sichtbar zu sein.“ Und so zieht sich das System zurück in das, was es kennt. Selbst wenn das Bekannte eigentlich schmerzhaft ist, fühlt es sich dennoch vertrauter und damit sicherer an als das Neue.

Mit dieser Perspektive verändert sich alles. Denn solange wir gegen diese Muster ankämpfen, verstärken wir oft nur die innere Anspannung. Das System geht noch mehr in Alarmbereitschaft, weil es diesen Druck als Bedrohung erlebt.

Heilung beginnt deshalb nicht im Kampf gegen unsere Muster. Heilung beginnt dort, wo wir anfangen, sie zu verstehen. Wo wir erkennen: „Ah … da ist ein Teil in mir, der Sicherheit sucht.“ Wenn wir beginnen, unserem Nervensystem diese Sicherheit zu geben, verändert sich die innere Dynamik. Schritt für Schritt.

Ein Nervensystem kann nur dann loslassen, wenn es nicht mehr das Gefühl hat, alles kontrollieren zu müssen. Wenn es spürt: „Ich bin nicht allein. Ich werde gesehen. Ich bin sicher.” Wenn man dem Nervensystem wirklich zuhört, lautet die Antwort häufig: „Ich brauche DICH.“ Denn wir haben uns infolge unserer Verletzungen oft innerlich von uns selbst entfernt. Ein Teil unserer Seelenessenz hat sich zurückgezogen, um zu überleben. Doch genau dadurch fehlt uns heute die innere Präsenz, die wir bräuchten, um uns wirklich sicher zu fühlen. Und dann übernimmt unser „Autopilot“ — der Überlebensmodus.

Unsere ureigene Präsenz stärken wir, wenn wir beginnen, alte Verstrickungen zu lösen, Fremdes loszulassen, verlorene Seelenkräfte zurückzuholen und innere Anteile zu heilen. Dann kann auch unser Nervensystem langsam entspannen. Und nach und nach entsteht ein tiefes Gefühl von Sicherheit in uns selbst. Genau das durfte ich in meinen Coachingsessions schon so oft auf berührende Weise erleben.

Je mehr unser System aufhört, aus einem inneren Mangel heraus nach Liebe, Erfolg oder Bestätigung suchen zu müssen, desto mehr öffnet sich in uns ein Raum, in dem mehr Weite möglich wird, ohne dass das Alte sofort wieder die Kontrolle übernimmt. Ein Raum echter innerer Verbundenheit. Und genau dieser Raum wirkt magnetisch. Plötzlich beginnt das Leben, anders auf uns zu antworten. 

Wir merken, dass wir nicht ständig kämpfen müssen, um empfangen zu dürfen. Dass sich innere Türen nicht durch Druck öffnen, sondern durch die Frequenz von Vertrauen und innerer Stabilität.
Die alte Realität mag noch laut sein. Doch gleichzeitig existiert bereits eine andere. Eine Realität, in der wir nicht mehr verzweifelt suchen müssen — sondern gefunden werden. Oft begegnen uns dann genau die Menschen, Möglichkeiten oder Erfahrungen, die diese neue Realität in uns weiter stärken.

Und so manifestieren wir Schritt für Schritt auch im Außen ein erfüllenderes Leben.

Alles Liebe, 
Amaresh

Kostenloses Live Event „Nervensystem & Manifestation” am Sa., 23.5., 10 Uhr via Zoom: https://amaresh.de/live-event-anmeldung/

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Amaresh Bühler
Amaresh Bühler

In meinen systemisch-schamanischen Coachingsessions begleite ich dich in tiefe Transformations- und Heilungsprozesse, in denen sich energetische Verstrickungen, belastende Fremdenergien, alte Prägungen und emotionale Wunden lösen dürfen. Aufstellungsarbeit in Kombination mit schamanischen Elementen hilft dir, dein inneres System behutsam in eine neue heilsame Ordnung zu bringen. Du kommst wieder in Einklang mit deiner Seele und kannst dein inneres Leuchten verkörpern & leben. Buche gerne eine Opening Session oder ein kurzes Gespräch. https://amaresh.de/

7 Kommentare

  1. ….ooh🥰- sehr nachvollziehbar in Worte gefaßt, lieber Amaresh (ob mit oder ohne KI – Unterstützung,ist mir gleichgültig- ist Deine Sache, ob Du, wenn, das angeben magst oder nicht)
    Danke, daß auch Du das Wissen über das autonome Nervensystem miteinbeziehst – vielleicht magst Du mal schreiben, wie es dazu kam/was Dich dazu bewegt hat?
    Bei mir entstand das Interesse an diesem – für mich so faszinierenden – Thema aufgrund eines Autounfalls, bei dem ich zwar körperlich. „nur“ leicht verletzt wurde und dennoch anschließend jahrzehnte lang diverse Auswirkungen auf unterschiedlichen Ebenen meines Mensch Seins bewältigen musste…..aus heutiger Sicht ein Glück 😉

    Herzlichst,
    Dagmar

    • Liebe Dagmar, danke für deine Rückmeldung und dein Teilen!
      Das Nervensystem (auch das zentrale, nicht nur das autonome) ist einfach ein unfassbar wichtiges Puzzleteil bei einer inneren Arbeit, bei der man auch die Traumen der Vergangenheit aufarbeiten möchte. Das NS ist wie eine Gestalt, hat ein Wesen und man kann mit ihm sprechen, mit ihm zusammenarbeiten (was auch in der Gestalttherapie berücksichtigt wird). Und das passt so wunderbar zu der schamanischen Arbeit, die ich schon seit fast 25 Jahren praktiziere … Und all das ist heute in meine Coaching-Arbeit integriert …
      Liebe Grüße, Amaresh

      • ….Danke für Deine Antwort und Deinen Verweis auf die „Gestalttherapie“ – dieser Zusammenhang klingt interessant, das mag ich mir für mich genauer anschauen…..und Danke für Dein „Bild“ – Geschenk vom Nervensystem als „Gestalt, Wesen“🥰 so schön 💞 🌟

        Alles Liebe

  2. oh, danke von herzen, lieber amaresh, die worte sind erklärend und wie eine warme sommerdusche im biütenduft, es ist mir ganz warm ums herz geworden, bin lange schon auf dem weg zu mir heim und fühle mich sooo bestätigt und ermuntert durch deinen beitrag!
    liebe grüße aus dem odebruch von gundula

  3. Danke für den Beitrag – sehr blumig, sommerwindig, wie schon erwähnt wurde ;-)!
    Allen Lebewesen, nicht nur jenen mit neuronalen Beschwerden/Nervenleiden und nervenbasierten Krankheiten würde ich ans Herz legen: live begegnen, also wirklich berühren und berührt werden, mit Leib und Seele präsent sein!
    Online Hand in Hand – Sorry, das ist paradox – lässt sich vermeiden und abkürzen!
    Deine Hände wissen am besten, was dein Leib braucht, wünscht, sie sind naheliegend, mit dir verbunden und können handeln, also auch heilsam wirken ;-)!

    • Liebe Katja, ich bin immer dafür, so viele Ebenen wie möglich in einen Heilungsweg miteinzubeziehen. Die körperliche ist eine ganz wichtige. Die energetische Arbeit mit dem Nervensystem ist eine andere … Und ja, sie funktioniert auch online ganz wunderbar! Liebe Grüße, Amaresh

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