Pfingsten, das Fest der Be-Geisterung!

Das Fest, an dem wir feiern, dass Menschen mit dem göttlichen Geist, der göttlichen Kraft, der göttlichen Weisheit ganz unmittelbar in Berührung kommen. Die Abhängigkeit vom „Meister“ weicht einer eigenen Begeisterung und Erfüllung durch die göttliche Lebenskraft.
Leben nicht mehr aus zweiter Hand, sondern direkt angeschlossen an die göttliche Urkraft. Diese Kraft ist direkt in uns — führt uns in die Weite, die Freiheit, die Lebendigkeit und Kreativität, die so oft verschüttet ist.
Pfingsten wird sie neu geweckt, entflammt, begeistert sie uns!
(„Geist“ oder „Heiliger Geist“ ist ein im Deutschen irreführendes Wort, weil es viel zu sehr mit – männlicher – Logik verbunden ist. Ursprünglich, im Hebräischen, ist es ein weibliches Wort, „Ruach“, das „Bewegung, Atem, Hauch“ bedeutet. In den ersten Sätzen der Bibel „brütet“ die Ruach (wie eine Taube, die ja auch Symbol des Pfingstfestes ist) über den Urgewässern. Und eben in diesen Urgewässern beginnt das Leben.)
In den biblischen Texten ist die Rede von Sturm und von Feuer, von Verständigung, die völlig unerwartet war, von einem Mut sich zu zeigen, den schon damals manche mit zu viel Alkoholgenuss verwechselten. Mit anderen Worten, das Fest ist voll von Be-Geisterung und Schöpfungskraft.
Wer vom kreativen Geist der Ruach gefüllt wird, erfüllt ist, der kommt in Bewegung, die geht raus mit ihrer Botschaft, kann sich ganz neu verständlich machen, in einer Sprache, die von allen verstanden wird.
Solch neue Verständigung ist absolut wichtig und „dran“. In Verbindung zu Menschen, die wir nicht auf Anhieb verstehen, sprachlich oder kulturell. Da ist Pfingsten nötig und ein wirklich wichtiges Fest. Und genauso wichtig ist eine neue (Wieder-) Verbindung mit allem anderen Lebendigen (ich nenne es jetzt einfach mal Natur, obwohl ich und wir alle ja Teil davon sind und nicht Gegenüber). Für mich sind da die Bäume immer an erster Stelle. Doch jede/r hat ja andere „Erstbezüge“, also wichtigste Liebesbezüge zur Natur. Vielleicht ist es für dich das Meer. Oder die Blumen. Oder Kräuter? Ich glaube, es ist ganz egal. Wichtig ist nur, dass wir so einen Punkt haben. So einen Punkt, an dem wir plötzlich die heilige Weisheit in allem entdecken. Die Weisheit, die „vor Gott spielt“ (so steht es in der Bibel). Und dieses Spielerische fällt mir im Wald auf – wie die Sonne auf dem Boden spielt mit dem Schatten. Wie Blätter im Wind spielen. Wie das alles so leicht erscheint. So spielerisch. So selbstverständlich. So ohne Anstrengung. So kreativ.
Das ist „mein“ Pfingsten – die schöpferische Qualität in allem zu ent-decken, auch in mir. Denn wer den (pfingstlichen) Geist in sich entdeckt, der wird mutig und kreativ, die lässt sich begeistern und begeistert, ist Feuer und Flamme für das Leben und wird daran erkannt als eine „vom Geist / von der Ruach Beseelte“. So wünsche ich uns allen be-geisternde Pfingsttage!
Der Text erschien erstmals 2024, aber Pfingsten ist ja immer wieder 🙂





Liebe Dorothee Kanitz,
was für ein wundervoller Gedanke – Pfingsten, das Fest der BE-GEISTerung. Wie wunderbar. Und gerade entdecke ich für mich darin noch be = sein … also SEI GEIST. Das wird ein Pfingsten in diesem Jahr. Vielen lieben DANK für deine Anregung … DER GUnTEr SCHMIDT
Liebe Dorothee, so schön, wie Du mir gerade Pfingsten ins Herz bewegt hast. Vielen lieben Dank dafür.
Am Besten gefallen mir die Gedanken:
„Leben nicht mehr aus zweiter Hand“ (sondern direkt angeschlossen an die göttliche Urkraft.)
und wie Du den Pfingstgedanken mit der Sprache erklärst:
„Wer vom kreativen Geist der Ruach gefüllt wird, erfüllt ist, der kommt in Bewegung, die geht raus mit ihrer Botschaft, kann sich ganz neu verständlich machen, in einer Sprache, die von allen verstanden wird.“
Und natürlich der Bezug zum Wald ;-)))
Danke nochmal!
Liebe Dorothee, liebe Newslichter,
ich bin berührt und begeistert von Deiner Ermunterung zu Pfingsten. Das innere Feuer nähren und im eigenen Zentrum bleiben.
Möchte mich mit einem Lied des finnischen Frauenquartett Suden Aika bedanken. (es bedeutet ‚Zeit der Wölfe‘. Der Wolf ist für viele Menschen eine teuflische Figur, aber für mich steht er für Freiheit, Wahrheit und etwas Wildes. Das ist Suden Aika.“ So beschreibt es Tellu Turkka )
Also hier ist Rauha, was Frieden bedeutet: https://soundcloud.com/sudenaika/rauha-peace
Für unsere wilden, offenherzigen und geerdeten Tage.
Liebe Dorothee, obwohl ich 2024 schon mal be-geistert kommentiert habe. Mich freut auch heute Deine Erinnerung wieder und Du bringst mir mit Deinen Worten dieses Fest wieder ganz nah! Danke!
In diesem Jahr hat Bettina „zufällig“ oder ganz bewusst gleichzeitig meinen Text „Die Schwelle“ online gestellt: es ist genau diese Qualität von direktem Zugang zur Quelle, die ich in meinem Prozess gefühlt habe…
Verbundene Grüße und Frohe Pfingsten!
Jumana
Update 2026:
Von Be-geisterung hätte ich dieses Jahr nicht geschrieben. Ich habe versucht, einen neuen Pfingsttext zu schreiben, ich bin daran gescheitert. Als ich dann heute morgen barfuß über die Wiese lief, den Wind sanft im Gesicht, die Wärme der Sonne im Rücken, das Geräusch des tropfenden Wassers am Gradierwerk im Ohr und das Gras unter meinen Füßen – da hörte ich mich singen „come, Sophia, come“. Vielleicht ist das dieses Jahr mein Pfingsten: die Sehnsucht nach Weisheit, für mich, für uns, in den Elementen, auf diesem Planeten. Immer schon präsent, immer neu ersehnt, immer neu er- und gelebt.
Come, Sophia!
Schön das, dank dir Dorothee. Mein Herz atmet warm dein Teilen.
Liebe Dorothee, vielleicht rufen wir dieses Jahr mehr nach Be-Geisterung als das wir sie fühlen 🙂 Und ja Weisheit gerne auch dazu!
Da magst du Recht haben, liebe Bettina, danke dir!🙏