Warum das Leben uns (nicht) testet

Hast du auch manchmal das Gefühl, vom Leben getestet zu werden? Du bist gerade dabei, wichtige Schritte in deinem Leben zu gehen, du fühlst dich freier, hast Ideen, hast Erfolge … Du spürst einen inneren Flow und genießt es, ihm zu folgen. Doch plötzlich, scheinbar aus heiterem Himmel, tauchen Schwierigkeiten auf – Hindernisse im Außen, Krankheitssymptome oder emotionale Muster. „Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ausgerechnet jetzt!”, denkst du vielleicht. Und womöglich: „Das Leben ist gegen mich. Was habe ich nur falsch gemacht?” Du hast das Gefühl, dass das Leben dich testet: „Bist du auch wirklich bereit? Reif genug? Stark genug?”
Oft haben wir das Gefühl, die Prüfung nicht bestanden zu haben – und fallen zurück in alte Muster. Doch was, wenn wir diese „Prüfung” oft grundlegend missverstehen? Was, wenn es weniger eine Prüfung als eine Einladung ist? Eine Einladung, für einen Moment innezuhalten und still zu werden? Wahrzunehmen, was gerade in uns schwingt?
In uns gibt es Anteile, die sich ängstlich, zurückgewiesen, überfordert oder ohnmächtig fühlen. Und solche, die wütend oder überheblich sind. Weil diese Gefühle unangenehm sind, verdrängen wir sie oft und schieben sie an den Rand unseres Bewusstseins. Meist wurde uns dieses Verdrängungsmuster viele Generationen lang vorgelebt, so dass wir es einfach übernommen haben. Auf diese Weise entstand das Gefühl, nicht wirklich in Ordnung zu sein, so wie wir sind. Dieses Muster diente einst unserem Schutz. Heute macht es uns jedoch oft unfrei. Und wir haben dann das Gefühl, wie im „Autopilot” zu laufen.
Wenn wir einen Schritt in etwas Neues wagen oder wagen wollen – in die Freiheit, Lebendigkeit, Klarheit, Leichtigkeit – dann könnten wir erwarten, dass unser System erleichtert aufatmet und sagt: „Endlich frei! Wunderbar!” Doch oft reagiert es zunächst mit Widerstand. Denn selbst alte Einschränkungen können sich vertraut und damit sicher anfühlen. Deshalb kommen die Dinge auf unserem Heilungsweg manchmal genau dann ins Stocken, wenn wir glauben, endlich voranzukommen.
Natürlich will unser Nervensystem uns nur schützen. Und es schenkt uns noch so viel mehr: Es kann uns den Weg in unser Ganzsein weisen. Denn es sagt nicht einfach nur „Nein”. Mein Nervensystem – und das meiner Klient:innen – hat mir oft übermittelt: „Gehe nicht auf diese Weise weiter. Nicht auf Kosten von dir selbst. Nicht mit diesem Druck. Nicht, indem du wieder über deine eigenen Grenzen gehst. Nicht, indem du den alten Überlebensmodus mit spirituellen Worten schmückst.”
Unser Nervensystem besteht nicht darauf, im vertrauten, chronischen Kampf-, Flucht- oder Starre-Modus zu bleiben, auch wenn er zum „Überleben” beigetragen hat. Denn dieser ist auf Dauer viel zu anstrengend und erschöpfend. Stattdessen hat es eine tiefe, berührende Sehnsucht. Es sehnt sich nach einer Instanz in uns, die bewusst die Führung übernimmt. Eine weise, liebevolle Instanz, die dem Nervensystem zeigen kann, dass es heute sicher ist. Dass Freiheit und Lebendigkeit sicher sind. Dass Veränderung sicher ist.
Unser Nervensystem ist wie ein Sprachrohr für alle inneren Anteile, die unfrei und im Schmerz sind. Es zeigt uns, dass hier etwas in Heilung gehen möchte. Es macht uns auf energieraubende innere Konflikte aufmerksam, die wir in der Vergangenheit noch kompensieren konnten. Doch die Zeiten haben sich verändert. Es scheint, als hätten viele Menschen auf Seelenebene vereinbart, jetzt alte Themen zu klären, Heilung zuzulassen und ihr inneres Leuchten wieder freizulegen. Das ist wundervoll. Und unser Nervensystem erinnert uns immer wieder daran. Es macht uns auf ungelöste Spannungen aufmerksam. Solange sie ungelöst bleiben, zeigen sie sich oft auch in Form von Hindernissen und Konflikten im Außen.
In meinen Coachings erlebe ich immer wieder, wie die Arbeit mit den inneren Anteilen tief zu den Wurzeln solcher Muster führen kann, die jetzt in Heilung gehen möchten: Traumen, alte Verletzungen, energetische Verstrickungen oder unbewusste Verträge. Eine ganzheitliche Heilung lässt unser Nervensystem spürbar entspannen. Wenn wir nach einer tiefen, inneren Lösung wieder von innen heraus strahlen, dann erfährt unser Nervensystem, dass es loslassen darf. Denn wir sind wieder in unser inneres Zuhause eingezogen. Haben die Führung wieder übernommen. Und das ist unsere tiefste Sicherheit.
So sind wir wieder in der Lage, uns selbst liebevoll durchs Leben zu begleiten. Wir nehmen die leise Stimme unserer Intuition wieder wahr, die im Einklang mit unseren Träumen und unserer Seelenaufgabe schwingt. Wir sind wieder in der Lage, uns bewusst das zu manifestieren, was in der Tiefe wirklich zu uns passt. Vielleicht ist es noch ungewohnt. Und oft braucht es etwas Übung. Doch wir sind dazu geschaffen.
Indem wir uns tief und ehrlich auf unser Nervensystem einlassen, kann sich die Perspektive auf unsere „Blockaden” grundlegend ändern. Wir denken nicht mehr, dass das Leben gegen uns ist. Es lädt uns einfach immer wieder ein, uns selbst nicht zurückzulassen und noch vollständiger zu werden. Es erinnert uns daran, dass es einen Grund gibt, aus dem wir hier sind.
Ist es nicht erleichternd, dass wir nicht noch perfekter sein müssen, sondern ehrlicher und damit menschlicher sein dürfen? Dass wir nicht noch mehr gegen uns ankämpfen müssen, sondern uns selbst mitnehmen dürfen?
Vielleicht besteht die Einladung des Lebens genau darin, uns daran zu erinnern, dass wir uns selbst bedingungslos lieben dürfen. Und dass wir uns erlauben dürfen, unserem inneren Flow in Freude und Leichtigkeit zu folgen.
Alles Liebe,
Amaresh
Kostenfreies Online Live Event via Zoom
NERVENSYSTEM & HEILUNG. In diesem Live Event erfährst du, warum dein Nervensystem nicht gegen dich arbeitet, wenn alte Muster oder Blockaden auftauchen. Du lernst, die Botschaften deines Nervensystems besser zu verstehen und innere Anteile liebevoll in Heilung zu führen. Ich zeige dir, wie du mit hochwirksamen, systemischen und schamanisch geprägten Ansätzen tiefe Themen lösen und mehr Leichtigkeit in dein Leben einlädst. Sa., 20.6., 10 Uhr. Anmeldung: https://amaresh.de/live-event-anmeldung





Lieber Amaresh
Danke für diese Erinnerung und das Offenlegen eines Missverständnisses in
mir( uns), also unserem System. So oft reagiere ich mit: „oh nein, wieso das denn…jetzt??“ Es ist schwer es zu verstehen, bzw. der Denker ist da nicht hilfreich. Neue Fährten legen mit „ruhigen,“ neuen Antworten, gilt es zu lernen.
Das was du hier beschreibst, ist mir nur allzu bekannt.😉
Sonnige Grüße, Connie