Ohne Worte …

Wenn wir miteinander reden, einander erzählen, was in uns lebendig ist, was unsere Freuden und unsere Nöte sind – können wir dann aufwachen für ein vertrauensvolles in der Welt sein?
Wie schnell sind wir dabei, bin ich selbst dabei, mit Meinung zu reagieren, wenn ich Notvolles sehe. Eine Reaktion aus Ich-will-das-lieber-nicht-fühlen. Eine Bewertung ist schnell erdacht, geglaubt, gemeint. Und ich kann getrennt bleiben, mich abwenden vom Notvollen, das ich sah, hörte, fühlte. Spürte. Mich schützen.
Und der Preis?
Nicht hinfühlen, einfühlen, nachfragen. Nicht verbinden, nicht ermöglichen, dass Ratlosigkeit geteilt wird. Anerkennung und Miteinander im Angesicht ungelöster Fragen und Nöte. Verpasst, gemeinsam in dieselbe Richtung zu schauen. Den Horizont zu betrachten, der so viel Schönheit aber auch so viel Schmerz in sich trägt.
Ob wir das lernen, das richtige Leben zu teilen – lebendig, verbunden, einander zugewandt? Oder bleiben wir hängen im Mir-ist-alles-zuviel. Nicht auch noch die Welt und mein Gegenüber sehen müssen. Wenn ich schon selbst kaum weiß, wie das gehen soll mit dem Leben. Alles so widrig ist, dass es mich Kraft kostet und Mut und Beharrlichkeit. Von der ich so oft nicht weiß, wie ich sie aufbringen soll.
Und dann sprech ich mit jemand, wende mich zu. Zeige mich auch. Mit dem was mich bewegt. Und es entsteht ein neuer Raum. Erfüllt von Anwesenheit im Leben.
Dasein, mit dem was in mir lebendig ist. Was mich bewegt.
Mich fühlen. Andere fühlen. Und darin beginnen, mich verbunden zu wissen. Das könnte ein Weg sein.
Ermutigung ist mir darin der berührende Film „Was wisst ihr denn eigentlich schon davon“. Aussteigen aus dem Schweigen und Meinung haben und Urteile fällen.
Einsteigen ins Teilen. Eintauchen in die Lebendigkeit, echt zu sein. Vertrauen zu üben ins menschliche Miteinander. Das uns oft so schmerzlich fehlt. Das menschliche Miteinander auch in der Zuwendung zu uns selbst.
Echt werden in all unseren Ratlosigkeiten auch.
Und dann vielleicht wieder atmen können. Freier und gelöster da sein. Gelten lassen können womöglich auch, dass es ist wie es ist. Jetzt gerade.
Um erleichtert zu werden und sich zu lösen aus der Not, sich allein und isoliert von der Welt zu sehen.
Mut fassen.
Miteinander sprechen.
Sich mitteilen.
So kann etwas Neues wachsen, dessen ich, dessen wir alle so sehr bedürfen. Und Liebe nimmt Platz.
Sie, die alles umfasst. Alles da sein lässt.
Und liebt.
………..
Danke für diesen Film – Nina Mielitz (2015)
Danke an Poetin Anke Fuchs für „Was wisst ihr denn eigentlich schon davon“ (2013)




