Für unsere Kinder

Lesezeit 5 Minuten –

Als Eltern kommen wir immer wieder einmal an einen Punkt, an dem wir ratlos dastehen. Es macht uns betroffen, wenn es einem unserer Kinder nicht gut geht, wenn es überfordert ist, ausrastet, niedergeschlagen oder mutlos ist. In solchen Momenten fühlen wir uns vielleicht hilflos, wütend, traurig oder beschämt …

Dabei wollen wir doch nur das Beste für unsere Kinder. Und gleichzeitig ahnen wir vielleicht, dass ihr Leid irgendetwas mit uns selbst zu tun hat. Womöglich haben wir früher Ähnliches erlebt – und alles dafür getan, unserem Kind das zu ersparen. Entsetzt stellen wir fest, dass wir dieses Thema nun doch weitergegeben haben.

Kinder spüren so viel mehr, als wir oft ahnen. Wenn es uns Eltern nicht gut geht, wenn wir gestresst, erschöpft oder traurig sind, merken sie das sofort, auch wenn wir es vor ihnen verbergen wollen. Und weil sie uns lieben, wollen sie helfen. Ganz unbewusst nehmen sie uns etwas ab: ein Teil unserer Angst, unserer Wut, unseres Schmerzes. Das ist ihre Art, für uns da zu sein. Doch was sie da tragen, gehört nicht ihnen. Manchmal schleppen sie es sehr lange mit sich herum, nicht selten bis ins Erwachsenenalter. Bis sie eines Tages merken: Das ist ja gar nicht meins …

Und was machen wir, wenn wir spüren, dass unser Kind etwas trägt, das mit uns zu tun hat? Wir strengen uns an, noch bessere Eltern zu sein – die Eltern, die wir selbst gerne gehabt hätten. Doch je mehr wir uns anstrengen, desto weniger scheint es zu gelingen. Wir landen in Selbstzweifeln, manchmal sogar in Depression oder Burnout.

Aus dieser Negativschleife kommen wir nicht heraus, indem wir uns verurteilen. Unser Tun ist auch nicht grundsätzlich falsch, es kann vieles verändern. Es geht vielmehr darum, dass wir uns als Eltern selbst würdigen. Dass wir uns bewusst machen, wie wichtig wir allein durch unser Sein für unsere Kinder sind.

Handeln wir unbewusst aus Scham oder Angst, ist es, als würde uns eine Gummischicht umgeben, die unser Tun abschwächt. Unser Nervensystem ist dann – oft ganz subtil – im Kampfmodus, und das erschöpft auf Dauer. Wir sind nicht mehr richtig bei uns. In Wahrheit kämpfen wir gegen uns selbst, gegen unsere eigenen „Schwächen“, aus Angst, noch mehr Schaden bei unseren Kindern anzurichten.

Uns selbst anzunehmen, so wie wir sind, fühlt sich manchmal wie ein Sprung ins Leere an. Deshalb möchte unser Nervensystem genau das unbedingt vermeiden. Und so  verschieben wir die Selbstliebe immer weiter in die Zukunft. Doch das ist kein Fehler. Es ist ein Programm, das einst zu unserem Überleben beigetragen hat.

Genau das zu würdigen, ist ein Schlüssel. Wenn wir als Eltern wahrhaftig für uns sorgen, entlasten wir unsere Kinder. Wenn wir uns in energetische Räume von Mitgefühl, Verbundenheit und Liebe begeben, können auch unsere Kinder aufatmen. Und wenn wir uns von innerem Ballast befreien, müssen unsere Kinder ihn nicht mehr für uns tragen.

Wir können auch noch einen Schritt weitergehen und energetisch direkt für unsere Kinder arbeiten, damit sie abgeben können, was nicht ihres ist. Das ist etwas, das ich als schamanisch-systemisch inspirierter Coach so sehr liebe. Denn Kinder halten viel weniger an ihrem Ballast fest als wir Erwachsene. Oft sind sie danach wie ausgewechselt: vorher völlig neben sich, danach wieder „ganz in ihrer Mitte“. Für unseren Sohn reise ich seit seiner frühen Kindheit immer wieder schamanisch. Einmal, als er noch klein war, waren Oma und Opa zu Besuch, und er war plötzlich völlig außer sich. Auf der Reise wurde sichtbar: Er hatte einen Schmerz seines Opas übernommen. Danach war er wieder ganz er selbst.

Natürlich sind wir Eltern immer mit im Boot. Die Heilung eines Kindes ist meist eng mit der seiner Eltern verknüpft. Deshalb wirkt eine energetische Arbeit besonders dann, wenn sie beide miteinbezieht. 

Eine Mutter kann beispielsweise eine systemische Aufstellung für ihre Tochter machen. Sie versetzt sich in ihre Tochter hinein und stellt das Familiensystem aus deren Sicht auf. Ihre eigenen Themen schwingen dabei indirekt mit. So kann sich auf beiden Ebenen etwas bewegen: bei der Tochter und bei der Mutter. Denn jeder Teil eines Systems wirkt auf das Ganze. Heilt ein Teil des Systems, kann das dem ganzen System guttun.

Dasselbe gilt auch für Belastungen: Sie können innerhalb eines Systems weitergegeben werden. In einer Aufstellung kann zum Beispiel sichtbar werden, dass ein Kind etwas von einem Großvater übernommen hat. Auch Verstrickungen zwischen Familienmitgliedern lassen sich aufspüren, unabhängig davon, ob diese noch leben oder nicht. Ist ein Kind etwa mit der eigenen Mutter verstrickt, kann es immer wieder den Impuls verspüren, sich daraus zu befreien. Und das zeigt sich je nach Charakter ganz unterschiedlich. Häufig treten auch Belastungen zutage, die bei den Ahnen ihren Ursprung haben und die natürliche Entwicklung eines Kindes einschränken können.

Alle Blockaden hatten einst den Sinn, das System stabil zu halten. Das zu würdigen, öffnet ganz neue Türen. Denn ein System kann ein Muster nur nachhaltig loslassen, wenn es eine neue Art von Sicherheit erfährt: die Sicherheit von Freiheit und Liebe. Dann kann Heilung geschehen.

In meiner Arbeit verbinde ich die Aufstellung meist mit einer inneren Reise. Dabei lösen wir gezielt die Blockaden, die sichtbar geworden sind, und lassen das ganze System zur Ruhe kommen, auch das Nervensystem. So entsteht eine neue innere Ordnung, die sich auch auf tieferen Ebenen sicher anfühlt.

Ich habe schon sehr berührende Rückmeldungen von Klientinnen bekommen, nachdem wir für eines ihrer Kinder gearbeitet haben: Das Kind hat losgelassen, ist wieder unbeschwert und fröhlich und folgt wieder seinen Impulsen. Ein Geschenk – auch für die Eltern, die diese Wandlung miterleben dürfen.

Sind unsere Kinder nicht einer der größten Schätze, die eine Gemeinschaft hat? Ganz gleich, ob es unsere leiblichen Kinder sind oder nicht …

Wenn sie heilen, heilen wir alle …

Alles Liebe,
Amaresh

Kostenloses Live-Event „Heilung für Eltern und Kinder“ am Sa., 17.10., 10 Uhr via Zoom: https://amaresh.de/live-event-anmeldung/

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Amaresh Bühler
Amaresh Bühler

In meinen systemisch-schamanischen Coachingsessions begleite ich dich in tiefe Transformations- und Heilungsprozesse, in denen sich energetische Verstrickungen, belastende Fremdenergien, alte Prägungen und emotionale Wunden lösen dürfen. Aufstellungsarbeit in Kombination mit schamanischen Elementen hilft dir, dein inneres System behutsam in eine neue heilsame Ordnung zu bringen. Du kommst wieder in Einklang mit deiner Seele und kannst dein inneres Leuchten verkörpern & leben. Buche gerne eine Opening Session oder ein kurzes Gespräch. https://amaresh.de/

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