Einfach mal NICHTS tun

Lesezeit 2 Minuten –

unnamedParo Bolam teilt mit uns die Kunst des Nichts tun. Kleiner Gruß aus meinem Urlaub, der schon halb rum ist. Mein Plan dieses Mal (eigentlich kein Plan, es geschah von selbst): Nichts zu tun, bis von selber die Lust kommt.

Jetzt könnte ich alles aufzählen, was ich NICHT getan habe… eine ganze Menge, wirklich! Ich war sehr fleißig im Nichts-Tun.

Denn es gab unglaublich viele Dinge, die plötzlich in meinem Kopf auftauchten, mit der Bemerkung: “du müsstest aber mal wieder… “, und die ich vorbeiziehen ließ, ohne auf sie einzugehen. Zum Beispiel einen Blogbeitrag schreiben, bestimmten Leuten eine Mail schicken, einen Spaziergang machen, wenn ich gerade keine Lust hatte… Lauter solche Sachen.

Es war ein diebisches Vergnügen, sie alle NICHT zu tun, sondern stattdessen zu warten, bis etwas auftauchte, was sich stimmig anfühlte. So, wie es sich plötzlich stimmig anfühlte, diesen kleinen Blogbeitrag zu schreiben. Sogar ein Foto zu machen. Es zu verkleinern und einzusetzen…

Und während ich das hier jetzt schreibe, spüre ich, wie die Lust wächst, langsam mal aufzustehen und ein Spaziergang zu machen.

Irgendwo einen Latte Macchiato zu trinken und den Hafen anzuschauen. Das werde ich gleich tun.

Vielleicht nennt man das “im Fluss sein“.

Doch: Nebenbei übersetze ich ein wunderbares Buch von Tony Parsons mit dem Titel “This Freedom”. Sitze jeden Tag eine Weile im Bett und übersetze, weil es ein Auftrag ist, an dem ich verdiene, aber noch viel mehr, weil ich so wahnsinnige neugierig bin, was er als nächstes sagt! Alles so unglaublich frisch und überraschend und erleichternd…

Und da glaube ‘ich’ zu verstehen, dass “im Fluss sein” auch bedeutet, Dinge zu tun, auf die ich keine Lust habe. Mir Probleme zu machen. Mir das Leben schwer zu machen… Alles Fluss, alles Leben – und nur die alte Vorstellung, dass ‘Ich’ irgendetwas mache oder machen muss, lässt das Strömen (scheinbar) erstarren…

Darauf einen Latte Macchiato!

Mehr über Paro: In ihrem Buch „Love to create – Befreie den Künstler in dir!“ lässt Paro, die selbst jahrzehntelang als Künstlerin, Lehrerin und Erforscherin kreativer Prozesse tätig ist, die Leser an ihren eigenen hinzugewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben und ergänzt diese durch Berichte ihrer KursteilnehmerInnen. So vermittelt sie nicht nur ein tieferes Verständnis von kreativen Prozessen, sondern erklärt auch die Entstehung und Überwindung von künstlerischen Blockaden. Die Prinzipien kreativer Prozesse sind immer gleich, aber wie sie erlebt und genutzt werden können, ist zutiefst individuell. Mehr über aktuelle Workshops mit Paro hier.

 

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Paro Bolam
Paro Bolam

3 Kommentare

  1. Schade,
    der letzte, scheinbar so besonders „erleuchtete“ Absatz macht den schönen Ansatz dieses kleinen Blogs wieder zunichte…

    • Hallo Heinz,
      lies den Absatz noch ein paar Mal … Vielleicht ist das die eigentliche Quintessenz!
      Viele Grüße
      Oliver

  2. „There is a killer in the room.“ (S. 36) Aha, so weit bist du also schon, liebe Paro. Wie schön, dass du solche Übersetzungen machen kannst, womöglich auch noch ohne Zeitdruck! Beim nächsten Mal erfahren wir vielleicht, wen oder was der Killer killt, damit wir „im Fluss sein“ können und der Latte umso besser kommt.
    Sehr erholsam klingt dein kleiner Urlaub, man möchte schon mitsummen – zumal du ja auch die Möglichkeit andeutest, diesen Urlaub auszudehnen, eigentlich endlos auszudehnen, bis ans Ende von allem Müssen. Oder Wissen. Anita Moorjani fällt mir zu deinem wohligen kleinen Beitrag ein: „I’m at my strongest when I’m able to let go, when I suspend my beliefs as well as disbeliefs and leave myself open to all possibilities.“

    Liebe Grüße, Jochen

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