Weniger ist mehr

Foto: ARD

Zwei junge Familien, die auf Besitz verzichten, um Zeit und Freiheit zu gewinnen. Sie wollen herausfinden, was sie wirklich zum Leben brauchen – und was ihnen wichtig ist. Die Reportage begleitet ihr erstes Jahr im neuen, fast konsumfreien Leben.

„Wir wollen da rauskommen, aus diesem Rad von Arbeit, Erschöpfung und Konsum“, Katharina und Kolja sind trotz guter Ausbildung nicht ins „normale“ Berufsleben gestartet. Ganz bewusst haben sie sich entschieden, zusammen mit Tochter Clara in ein winziges, selbstgebautes Holzhaus zu ziehen. Die Familie möchte mit so wenig wie möglich auskommen. Kleine Jobs sollen die Grundbedürfnisse abdecken: „Wir versuchen so viel zu arbeiten wie notwendig, aber eben so wenig wie möglich“, stellt Katharina fest und ist damit nicht alleine.
Weniger ist mehr

Ein Trend wird sichtbar: Junge Familien, die sich bewusst der größeren Anschaffung von Konsumgütern und Besitz verweigern, weil sie ihr Leben nicht mit Geldverdienen verbringen wollen. So wie auch Flo und Alina, die ebenfalls dem Prinzip „weniger ist mehr“ folgen. Sie haben ihre Ersparnisse aufgelöst und sind mit ihren beiden Töchtern in eine Jurte gezogen.

Bis März 2017 in der ARD Mediathek

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6 Kommentare zu “Weniger ist mehr
  1. Marion sagt:

    Ich habe den Bericht bereits am Samstag mit gemischten Gefühlen gesehen.
    Zunächst finde ich es mutig, dass diese beiden jungen Familien ihren Weg gehen – sie wirkten auf mich zufrieden mit ihrer Entscheidung.

    Wie schade aber, dass Arbeit bei beiden Paaren mit Erschöpfung & Konsum gekoppelt ist. Ich erlebe das bei mir und in meinem Umfeld ganz anders: Für mich bedeutet mein Job u.a. Erfüllung, Austausch, Freude und ich finde es herrlich, mir Dinge leisten zu können (und das sicher mit einem guten Blick für „brauche ich das wirklich?“). Waren die Paare schon einmal dauerhaft im „normalen“ Berufsleben? So wie ich es verstanden habe „nein“. D.h. sie beurteilen etwas, was sie selbst nicht erlebt haben.

    Eine große Frage, die ich mir bei solchen Modellen immer wieder stelle, ist folgende: Wer zahlt die Krankversicherung, Arztbesuche und später die Rente? Im Zweifel all die, die immer gearbeitet haben… Und das wiederum fühlt sich für mich schräg an.

    Marion

    • Astrid sagt:

      und meine Frage ist, wer zahlt für alle die, die an ihrer Arbeit zerbrechen, ausbrennen, in Frührente gehen müssen, die in jahrelanger psychischer Behandlung sind, die ihre schlechtbezahlte und wenig anerkannte Arbeit und ihren Frust darüber kompensieren mit Alkohol, Spielsucht, Drogen, Gewalt,……
      und wer zahlt für all die traumatisierten und alleingelassen Kinder, die keine richtige Bindung zu ihren Eltern aufbauen konnten, weil sie mit einem Jahr schon in die Krippe gegeben wurden?
      Keine Gesellschaft kann so viele Kranke, wie unser System produziert, wirklich verkraften.
      Danke an diese jungen, mutigen Menschen, die andere Wege ausprobieren!
      Und danke an alle die, die schon vorher andere Wege gegangen sind!

    • Juliane sagt:

      Es ist ja auch so, dass Arbeit nicht nur dem Broterwerb dient. Nicht nur, dass ich selbst von einer Tätigkeit erfüllt bin, ich gebe durch meine Arbeit – so sie denn für mich selbst sinnstiftend ist – meinen Kindern ja auch ganz viel zurück. Sie erleben meine Zufriedenheit in einem erfüllenden Job, und meine Fähigkeiten, meine Leidenschaft auch für meine Arbeit können ja auch meine Kinder positiv beeinflussen. Ich habe den Beitrag auch mit gemischten Gefühlen gesehen. Die Paare leben nicht alleine, da sind Kinder dabei, und die Verantwortung ist dann eine noch mal ganz andere.

  2. Manuela.mona Klauser sagt:

    Liebe Marion, wie wäre es wenn du dir erlauben würdest „out of the box“ zu denken?
    Das war für mich selbst vor drei Jahren auch noch eine grosse Hürde und Denkblockade – denn auch ich sah meine eigene Grossartigkeit und Dinge, die möglich sind, gefangen in alten Denkmustern, zu denen ich auch den Mangel zähle, der mich Dinge denken lässt, wie : wer zahlt denn dies und das, im Zweifel immer die die arbeiten…

    Nicht die Arbeit empfinde ich persönlich als erschöpfend. Sondern eine nicht passende Arbeit zu erfüllen, um dem Druck des Konsums und der hohen Lebenshaltungskosten standzuhalten. Vielleicht ist es eher das, was diese Familien beschreiben – etwas das wir, die vor 3 Jahren ausstiegen aus dem Hamsterrad, sehr gut nachvollziehen können!

    Es ist so schön, wenn Menschen ihre „Berufung“ leben und darin Erfüllung und Freude finden. Diese „Arbeit“ ist von sehr grossem Wert für uns alle – denn sie verhilft jedem sein ur-eigenstes Potential zu leben und ganz viele Lichter zum Scheinen zu bringen.

    Wir bezahlen unsere Krankenkasse, die hier in der Schweiz nicht wenig kostet – wie das übrige Leben auch.

    Oft ist es die eigene Angst vor Träumen, die man vielleicht selbst leben möchte – so war es bei mir…bis wir uns selbst auf den Weg machten unseren Traum zu leben!

    liebe Grüss aus dem Emmental

  3. Das Leben so anzugehen ist meiner Meinung eine mutige Entscheidung. Ich selbst kenne viele Menschen, nicht nur Paare, deren Leben von Erschöpfung durch Arbeit gezeichnet ist. Das hat aber nicht zwangsweise etwas mit Konsum zu tun. Viele Jobs werden heute so schlecht bezahlt, dass davon keine Familie mit Miete und allen anderen Nebenkosten leben kann. Da geht es ums schlichte Überleben. Da diese beiden Familien Kinder großziehen, leisten sie automatisch einen großen Beitrag für die Zukunft. Ich selbst liebe meine Arbeit und habe mein Hobby zum Beruf gemacht – arbeite also eigentlich gar nicht :-). Wir zahlen für so viele Menschen Sozialleistungen, die niemals etwas eingezahlt haben, da finde ich so ein Experiment einfach großartig.

  4. elisa sagt:

    viele wege führen demokratisch nach rom…oder wo immer jeder hin will

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