Stille ist das Licht des Herzens

Manchmal sind wir so sehr in unseren Vorstellungen und Annahmen über die Welt gefangen, dass andere Sichtweisen und Standpunkte nur wenig Raum haben. Wir gehen davon aus, dass andere die Welt mit den gleichen Augen sehen wie wir. Es schafft eine Menge Stoff für Konflikte, wenn wir feststellen, dass das nicht so ist. Was uns dann fehlt, ist eine größere, weitere Perspektive – ein umfassenderer Standpunkt, der mehr Möglichkeiten mit einschließt. Kennst du das?

Atemberaubende Aussichten

Vor kurzem war ich im Urlaub am Meer. Wenn ich am Strand stehe, dem leisen Rauschen der Wellen lausche und die atemberaubende Sicht auf die Unendlichkeit des Horizonts genieße, werden mit einem Schlag alle Probleme und Unpässlichkeiten unwichtig. Es öffnet mir das Herz und das Bewusstsein für neue Möglichkeiten, dort in der Stille zu stehen, nur den Blick in die Ferne schweifen zu lassen, dabei innerlich immer ruhiger zu werden, den beruhigenden Wellenbewegungen folgend, genießend.

Offene Weite, nichts von heilig

Der Zen-Mönch Boddhidharma, der von Indien nach China kam, um dort das Zen zu verbreiten, wurde vom Kaiser Wu gefragt, was das Wesen der höchsten Wahrheit sei. Er antwortete: “Offene Weite, nichts von heilig.” Das ist keine Profanisierung des Lebens. Es gibt keine letzten Antworten und auch keine festgefügten Prinzipien, nach denen wir zu leben haben. Die Lösung aller Lösungen – unsere ureigene, tiefe Wahrheit und unser Wissen, wer und was wir wirklich sind – finden wir dort, wo wir innerlich weit werden, uns ins Licht des Gewahrseins ausdehnen und in die Stille hinein entspannen.

Wenn es in deinem Leben eng wird, entspanne dich, nimm den Standpunkt einer weiteren und ausgedehnteren Perspektive ein und genieße die Möglichkeiten, die dann auftauchen.

Eine einfache Übung für den Alltag:

Du kannst diese Technik überall ausführen. Anfangs ist es hilfreich, die Übung mit geschlossenen Augen durchzuführen; nach einer Weile öffne dabei deine Augen.
– Entspanne deinen Körper;
– atme einige Male tief ein und aus, um deinen Geist zu beruhigen;
– entspanne deine Augen;
– lasse deinen Blick weich und offen werden, ohne etwas Bestimmtes zu fokussieren;
– richte deine Aufmerksamkeit auf den Raum, der dich umgibt;
– stelle dir vor, dass du dich in diesen Raum hinein ausdehnst;
– stelle dir vor, dass du dieser Raum bist;
– erlaube das Gefühl, völlig von diesem Gefühl der Ausdehnung durchdrungen zu sein;
– werde dir darüber bewusst, dass du dir des Gefühls der Ausdehnung bewusst bist;
– sei grenzenlos.

Fotos: Gut Saunstorf

Zur Person Harriet Oerkwitz und Ralf Hiltmann: Alles, was wir – wie diese Licht-Übung – erleben, haben wir selbst erforscht, erfahren und in unseren Alltag integriert.  Aktuell laden die Musiktherapeutin und der Kommunikationstrainer zum Seminar “Raum der Stille. Den Wandel gestalten durch die Kraft der inneren Ruhe” herzlich ein. Weitere Informationen zum Programm, zu der Zeit und zu dem Seminarort Gut Saunstorf hier.

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Freude ist unsäglich mehr als Glück,
Glück bricht über die Menschen herein, Glück ist Schicksal –
Freude bringen sie in sich zum Blühen, Freude ist einfach eine gute Jahreszeit über dem Herzen;
Freude ist das Äußerste, was die Menschen in ihrer Macht haben.
Rainer Maria Rilke

Foto: Monika Kirschke

Foto: Monika Kirschke

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28.04.2015 um 08:04 Uhr

„Tanz zwi­schen den Wel­ten“

Die in­ter­na­tio­nal be­kann­ten Cho­reo­gra­fen Royston Mal­doom („Rhythm is it“) und Ta­ma­ra McLorg arbeiten gerade an einem ungewöhnlichen Tanzprojekt in Ham­burg. Zwei Wo­chen lang füh­ren Royston Mal­doom und Ta­ma­ra McLorg 20 Män­ner und 20 Frau­en in Ham­burg tän­ze­risch zu­sam­men. Die Hälf­te der Teil­neh­men­den ist von Ar­mut be­trof­fen. Am 7. Mai ist Aufführung von Tanz zwischen den Welten. Mehr bei kgs-hamburg.
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