Wenn Drachen träumen: Dragon Dreaming

Foto: Dennis Heydrich

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Von Dennis Heydrich „Sei selbst der Wandel, den Du in der Welt sehen möchtest“ – lautet ein bekanntes Zitat von Mahatma Ghandi. Das unsere heutige Welt Wandel dringend benötigt, ist in Zeiten von Euro- und Finanzkrise, Klimawandel und Peak Oil vielen bewusst. Doch wie kann ich persönlich dazu beitragen? Die Methode Dragon Dreaming lässt aus kleinen Projekten große Projekte werden.
Alleine ist es schwierig bis unmöglich gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zu bewirken. Wir erschaffen als Menschen unsere Realität gemeinsam, was bedeutet, dass wir auch nur gemeinsam eine Lösung für die Herausforderungen unserer Zeit finden können. Dies erfordert eine neue Art zu denken, die wir gesellschaftlich noch zu erlernen haben. Wir brauchen Methoden und Techniken, die uns dabei helfen spielerisch gemeinschaftliches Handeln auszuprobieren. Denn sobald wir uns mit anderen zusammen tun und gemeinsam ein Projekt realisieren, auch wenn es nur etwas Kleines ist wie beispielsweise ein Gemeinschaftsgarten oder ein alternatives Wohnprojekt, erleben wir, wie daraus eine Ausrichtung erwächst, die uns ermutigen und stärken kann die kollektive Hilflosigkeit zu überwinden.

Grafik: Dennis Heydrich

Grafik: Dennis Heydrich

Traumzeit und Dragon Dancing

Die meisten von uns leben üblicherweise in ihrer Komfortzone. Das ist der Bereich unseres Lebens in dem wir uns auskennen, der die Aktivitäten und Themen beinhaltet mit denen wir uns sicher und vertraut fühlen. Hier hilft ein Zitat von Albert Einstein „Die Probleme dieser Welt können nicht mit dem gleichen Denken gelöst werden welches sie erschaffen hat.“ Das heißt, um die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen, müssen wir lernen außerhalb des vorgegebenen Rahmens zu denken, und damit auch außerhalb unserer Komfortzone. Im Dragon Dreaming beginnen wir dabei mit unseren Träumen. Um den Sog der Zukunft zu nutzen und die Möglichkeit von einer lebenswerten Welt, für uns und die, die uns nachfolgen, auf die Erde zu bringen. Darauf bezieht sich das „Dreaming“.

Es kann sein, dass wir bei diesen Träumen  auf etwas stoßen, das wir uns vielleicht noch nie zuvor zu träumen gewagt haben – was ein gutes Zeichen ist, weil es bedeutet, dass wir uns jetzt außerhalb unserer Komfortzone befinden. Sich außerhalb der eigenen, vertrauten Zone zu bewegen kann jedoch ziemlich herausfordernd sein. Dort warten die Drachen („Dragon“), ein Symbol für Ängste, Unsicherheit und Hilflosigkeit, die möglicherweise mit unserem Nicht-Wissen verbunden sind. Dragon Dreaming beinhaltet auch, sich dieser Drachen bewusst zu werden, an der Auseinandersetzung mit ihnen zu wachsen und zu lernen mit ihnen zu tanzen („Dancing with Dragons“).

Vom Traum zur Planung

Jedes Projekt beginnt mit dem Traum von einem Menschen. Und dort kann es auch ganz schnell wieder enden, sofern wir uns unserer Träume nicht bewusst werden. Das bewusstmachen und erlauben unserer Träume ist die Phase in der alles beginnt. Dann gilt es diese Träume zu teilen mit Anderen, wie dem Partner/der Partnerin, der Familie, Freunden und Bekannten. Dort können wir unseren Traum einbringen um ihn wachsen zu lassen zu einem gemeinsamen Traum. Dies wird im Dragon Dreaming mittels eines Traumkreises umgesetzt, in welchem alle Projektteilnehmer ihre Träume und Visionen von diesem Projekt einbringen können. Eine Person alleine ist vielleicht nicht in der Lage einen großen Traum zu verwirklichen, aber gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter sieht es anders aus. „Zweifle niemals daran, dass eine kleine Gruppe entschlossener Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich gibt es nichts anderes, das es je getan hat.“ (Margaret Mead US-amerikanischen Anthropologin)

Foto: Dennis Heydrich

Foto: Dennis Heydrich

Das Träumen ist jedoch nur die erste der 4 Phasen des DD-Prozesses. Die nächste Phase ist das Planen. In der Planungsphase denken wir über Strategien und Möglichkeiten nach. Wir tauschen uns aus mit Anderen und diskutieren Alternativen. Das spezifische Element des Dragon Dreamings ist hierbei der Karabirrt, auch Spielplan genannt. In ihm werden alle Aufgaben und Schritte grafisch sichtbar gemacht und er ist ein Element für die Überprüfung der Projektentwicklung. Darauf folgt die Phase des Handelns und Umsetzens. Dort wird das Geplante umgesetzt, aufgebaut, konkretisiert. Der Fortschritt wird überprüft und mit den ursprünglichen Zielen abgeglichen.

Vergiss nicht zu feiern

Die letzte Phase ist schließlich das Feiern und Wertschätzen des Geschaffenen. Diese Phase wird, ähnlich wie das Träumen, in vielen Projekten vernachlässigt. Doch hier geht es auch um das Nähren und Kräftigen. Gerade die Wertschätzung des Erreichten ist das, was uns die Kraft gibt für die nächsten Projekte. Kommt es zu kurz sind Burnout und Resignation nicht weit. Das Feiern erinnert uns immer daran, dass wir nicht allzu sehr in „schwerer Arbeit“ versinken, sondern mit unserem Herzensanliegen und dessen tieferer Ausrichtung in Verbindung bleiben. Wenn uns das gelingt, dann muss das Realisieren von Projekten keine lästige Angelegenheit darstellen, sie können leicht sein, freudvoll und beflügelnd. Sogar die Planung und Organisation kann Spaß machen und spielerisch sein.

Denn letztlich ist auch das ein wesentliches Anliegen im Dragon Dreaming – das Leben zu feiern und zu genießen! Deshalb wird in diesem Prozess viel Wert auf eine spielerische, kreative Herangehensweise gelegt. Es wird erforscht in der Gruppe zu lernen, in sozialen Kontakt zu kommen und Teil eines gemeinsamen Gefüges zu werden. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“, sondern es geht darum, ein Gefühl dafür zu bekommen wie es ist selbst ein Akteur des Wandels zu sein und zusammen mit anderen die Zukunft unserer Welt zu gestalten.

Hintergrund: Dragon Dreaming ist eine ganzheitliche Methode für die Gestaltung und Realisierung von kreativen, gemeinschaftlichen Projekten. Sie wurde begründet von der Gaia Foundation, einer Nicht-Regierungs Organisation aus Australien und bezieht Elemente der System- und Chaostheorie, des Community-Building und indigenen Weisheiten der Aborigines mit ein. In Europa verbreitet und bekannt geworden ist sie vor allem dank John Croft, der mit ihrer Hilfe viele Menschen, Gruppierungen und zivilgesellschaftliche Initiativen erfolgreich begleitet hat, u.a. hat er mit Rob Hoskins, dem Begründer des Transition Town Netzwerks in England gearbeitet. Dragon Dreaming (DD) orientiert sich an drei allgemeinen Richtlinien bzw. Kriterien. Ein Projekt ist dann ein DD-Projekt, wenn es sowohl das persönliche Wachstum jedes Einzelnen, als auch die Stärkung von gemeinschaftlichem Handeln und die Verantwortung für die Erde im Blick hat bzw. diese nachhaltig fördert und unterstützt. Literatur zum Thema:

Kosha Anja Joubert – Die Kraft der kollektiven Weisheit

Geseko v. Lübke – Zukunft entsteht aus Krise: Antworten von Joseph Stiglitz, Vandana Shiva, Wolfgang Sachs, Joanna Macy, Bernard Lietaer u.a.

Michael Plesse – Werde zum Wandel, Artikel in der Zeitschrift Oya Nr.12 (Link)

www.dragondreaming.org

Dennis Heydrich

Dennis Heydrich

Zur Person: Dennis Heydrich ist Heilpraktiker auf dem Gebiet Psychotherapie, Körperpsychotherapeut, Tai Chi & Qi Gong Lehrer und Dragon Dreaming Trainer. Er arbeitet in seiner Praxis für körperorientiertes Coaching und Therapie in Hannover und gibt Workshops in Persönlichkeitsentwicklung und Bewusstseinsarbeit. Er ist Mitbegründer des Insight-Out Zukunfts Initiativen Netzwerk (INOZI) und engagiert sich in einem Gemeinschaftsprojekt  für zukunftsfähige Lebensweisen in Vale de Agua, Portugal.

www.dennis-heydrich.de , www.inozi.net

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1 Kommentar auf “Wenn Drachen träumen: Dragon Dreaming
  1. Doris sagt:

    Finde ich echt schön, hier einen Artikel über Dragon dreaming zu finden. Danke Dennis.

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