Über Heilung und Veränderung

Foto: Nina Konitzer

Foto: Nina Konitzer


Von Nina Konitzer. Das was ich euch erzählen möchte, ist nicht entstanden weil ich eine besondere Ausbildung habe, weil ich viele Seminare besuchte, oder viele Bücher gelesen hab, sondern weil ich es selbst erlebt habe. Ich freue mich sehr dass ich meine Erfahrungen und die daraus resultierenden Erkenntnisse nun mit euch teilen darf. Als mir die Ärzte der Regensburger Uniklinik die Diagnose Morbus Crohn stellten, war ich 15 Jahre alt. „Morbus Crohn“ oder Colitis Ulcerosa“, eines von beiden, wir sind uns nicht sicher…“ waren die letzten Worte an jenem Abend, bevor sich die Dunkelheit, wie schwarzer Samt über die Dächer der Stadt legte. Auch über mich hatte sich etwas Schweres gelegt. Der übriggebliebene Rest meiner jugendlichen Leichtigkeit war gestorben. In einem einzigen Augenblick. 10 Jahre lang war ich sehr intensiv mit dieser Krankheit beschäftigt, hab viel Zeit in Krankenhäusern und Rehakliniken verbracht und musste viele Medikamente, wie Cortison und Antibiotika nehmen.

Bevor der große Wendepunkt in meinem Leben kam, war ich am absoluten Tiefpunkt. Ich wog noch 40 kg, konnte kaum noch mein Haus verlassen, weil ich permanent Schmerzen hatte, und inzwischen hatten sich auch Depressionen eingeschlichen. Ich hab die Verantwortung für meine Gesundheit, ja sogar die Verantwortung für mein Leben völlig abgegeben. Nur leider wusste ich dies zu dem Zeitpunkt nicht. Das durfte ich erst erkennen als ich eines sonnigen nachmittags in der Frühlingswiese lag und anfing zu träumen. In meiner Vorstellung kam plötzlich eine kleine Fee angehüpft, die mir sagte ich hätte einen Wunsch frei, und die Fee fragte mich, ob sie mir meine Krankheit nehmen soll. Natürlich war ich sehr begeistert und sagte „JA, bitte, nehme mir meine Krankheit“. Doch plötzlich spürte ich ein entsetzliches Unbehagen in mir. Zum ersten mal in meinem Leben, stellte ich mir die Frage, „will ich wirklich gesund sein“? Die ernüchternde Antwort, die tief aus meinem Innersten kam, war „Nein!“
Diese Erkenntnis traf mich wie ein Faustschlag ins Gesicht und doch musste ich mir eingestehen dass es die Wahrheit ist.
So ist es mit unseren Wünschen. Wenn ich mir wünsche gesund zu sein, aber nicht bereit bin, auf die Annehmlichkeiten, die jede Krankheit mit sich bringt, zu verzichten, dann kann ich nicht geheilt werden.

Besonders das Verlieren einer chronischen Krankheit stellt einen bedeutsamen Verlust dar. So viele Tage, Monate und Jahre habe ich schließlich mit dieser Krankheit verbracht. Ja, ich habe mich sogar vollkommen damit identifiziert und sie „MEINE Krankheit“ genannt. Da mir auch noch unzählige Ärzte immer und immer wieder versichert haben, dass ich diese Krankheit ein Leben lang behalten werde, hatte ich mich längst damit arrangiert, ja viel schlimmer noch, ich zog eine Heilung nicht einmal in Erwägung.
Die großen Worte „unheilbar“ und „chronisch“ speicherte ich tief in meinem Zellgedächtnis ab und selbst in Zeiten der Remission wartete ich (unbewusst) auf den nächsten Schub.

„Unheilbar“, und „chronisch“ sind Worte, die jede Hoffnung, jedes Vertrauen und den Glauben völlig ausschließen.
Heute weiß ich:
Unheilbar…gibt es nicht! Unheilbar bedeutet dass etwas unveränderlich ist. Unveränderlich wiederum bedeutet Stillstand und Stillstand ist vollkommen unnatürlich. Alles Natürliche ist im Fluss, alles Leben ist permanente Veränderung, demzufolge ist alles wandelbar, veränderbar – heilbar.

Heilung setzt voraus, dass wir bereit sind, uns zu verändern. Loslassen war das größte Problem für mich, denn ich versuchte alles krampfhaft festzuhalten. (und bei dem K(r)ampf hat es mich ernsthaft gewundert dass ich ständig Bauchkrämpfe hatte!). Ich versuchte alles festzuhalten, obwohl ich mein Leben wortwörtlich! zum Kotzen fand.
Später durfte ich das Loslassen und die Bereitschaft zur Veränderung von der Natur lernen.
Schau dir eine Blume an, sie blüht einfach, sie duftet, sie ist wunderschön, einfach so, und dann lässt sie ein Blatt nach dem anderen einfach fallen….kein einziger Baum versucht die Blätter die lose an den Ästen hängen festzuhalten, und von keinem Vogel hör ich ein Lied des Jammers weil sie weiterziehen, um ihr inneres Bedürfnis den äußeren Umständen anpassen. Wir Menschen sind wie Vögel, die hier bleiben, weil sie ihr Haus, all ihren Besitz nicht mehr verlassen wollen und so erfrieren wir an lieblosen Beziehungen, an einer Arbeit die nicht mehr zu unseren Fähigkeiten passt, an der Kälte, die in unser Herz einzieht, weil all unsere Träume ungelebt in der Schublade liegen.
In unserem Inneren findet permanente Veränderung statt. Wenn wir trotz der inneren Veränderung ständig in der alten Form bleiben möchten entsteht Enge, Angst, Unzufriedenheit, oder auch Krankheit.

Und so wünsche ich auch dir: Gib deiner Seele Platz um zu wachsen, gib deinem Herz Raum, damit es sich ent-falten kann, grenzenlos.
Und vor allem wünsche dir, dass du beginnen kannst, dich selbst zu lieben. Denn jede Krankheit zeigt einen Mangel an Selbstliebe auf. Über viele Jahre hab ich Unmengen an Gift geschluckt. Das schlimme daran war, dass es mir nicht bewusst war. Ich hab Dinge getan, die ich nicht tun wollte, sagte Dinge, die ich garnicht so meinte, ich ging einer Arbeit nach, die ich nicht liebte, führte eine Beziehung, in der ich nur lebte, weil ich Angst davor hatte, allein zu sein…JA, ich führte ein Leben, das ich überhaupt nicht führen wollte. Warum machte ich das? Weil ich nach Anerkennung und Liebe im Außen suchte.
Irgendwann hab ich begonnen mich selbst zu lieben und durfte erkennen, dass wahre Liebe bedingungslos ist.
Heute atme ich mit jedem Atemzug Liebe ein…Ich kümmere mich darum dass es mir gut geht, folge der Stimme meines Herzens und richte mir mein Leben so ein, dass ich damit zufrieden bin. Heute hab ich das Recht glücklich zu sein – weil ich mich liebe.
Ich hab mir Freiheit und Heilung gewünscht, mit allen Konsequenzen, mit allem was Heilung und Freiheit mit sich bringen und dann hab ich mich vollkommen hingegeben. Ich hab vertraut. Ich hab die Kontrolle völlig abgegeben und so fiel ich vollkommen in in DAS was ich wirklich bin. Ich fiel wieder zurück in die Essenz, die mit allem verbunden ist. Ich nenne diese Essenz Liebe – Gott.
Wenn wir diesen Urgrund in uns berühren, wenn wir das erkennen was wir wirklich sind, geschieht automatisch Heilung mit uns, weil diese Essenz immer schon heil war und immer heil sein wird.
Heilung geschieht, wenn wir uns selbst, so wie wir JETZT gerade sind, bedingungslos annehmen. In all der Einfachheit. Mit all dem Schmerz. In all der Schönheit.

In diesem Sinne. wünsche ich dir von Herzen, dass du wieder lernst, die Sprache deiner Seele und die Melodie deines Herzens zu hören, um DEINEN ganz eigenen Weg zu finden und zu gehen.
In Liebe und Verbundenheit, Nina.

Foto: Nina Konitzer

Foto: Nina Konitzer

Zur Person: Nina Konitzer hört den Gesang des Mondes und lädt herzlichst ein, dieser sanften Melodie zu folgen und dich wieder mit deiner weiblichen Ur-Kraft zu verbinden. Auch Männer sind herzlich eingeladen zu:
– Seminaren
– Massage-Ritualen
– Coachings
– Ausbildung

Mehr auf ihrer Website Gesang des Mondes

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8 Kommentare zu “Über Heilung und Veränderung
  1. Ulla sagt:

    Sehr schön und berührend geschrieben, liebe Nina. ich würde mich freuen wenn du mit mir Kontakt aufnehemn würdest. Herzlichst Ulla Seifert

  2. Ulla sagt:

    Upps, wieder zu schnell geschrieben und nicht nachgesehen………ob ich das noch mal lerne? :))

  3. Michaela Albrecht sagt:

    Schöner Artikel. Aber was ist jetzt mit „deiner“ Krankheit? Hast du sie noch?

  4. Sabine Exl sagt:

    toll und berührend, so schön auf den Punkt gebracht! Ich ziehe meinen Hut! In Liebe, Sabine

  5. Lisa Walcher sagt:

    danke für diesen schönen bericht aus Deinem Leben, Lisa

  6. Björn Spiering sagt:

    Wunderbar und wie für mich geschrieben. Danke!

  7. Tobias Neumann sagt:

    wow danke. das was Björn spiering geschrieben hat kann ich nur bestätigen. meine Hochachtung.

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